Gedanken

Tabu Inkontinenz

Es fällt mir immer wieder auf,dass im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff Tabu synonym und abwechselnd mit dem Begriff Verbot gebraucht wird.Nun beinhaltet zwar jedes Tabu auch ein Verbot,aber nicht jedes Verbot ist ein Tabu.Über Verbote kann man nämlich offen diskutieren ob sie sinnvoll oder sinnlos sind,verbietende Gesetze kann man ändern wenn sie nicht mehr zeitgemäss erscheinen - Tabus aber sind unbesprechbar.Das gerade macht sie so mächtig.

Paare zwischen Lust und Unlust

Der Mann,der mich als 13jährigen in erzwungener Abwesenheit meines Vaters aufgeklärt hat,war Professor I.H.Schulz,der Erfinder des autogenen Trainings.Von diesem Mann stammt der Satz:"Die Sexualität des Menschen geht von sieben Mal im Leben bis sieben Mal am Tag."Ich muss sehr oft an diesen klugen Satz denken,wenn ich die Debatte über die angebliche neue Lustlosigkeit verfolge.Losgetreten hat diese Debatte vor ein paar Jahren mein inzwischen verstorbener Freund Ernest Borneman.Ernest hatte einige Jahre lang die Funktion des Sexualberaters in der Zeitschrift Neue Revue und schloss aus den vielen Klagen über Lustlosigkeit beim einen oder anderen Partner messerscharf auf ein allgemeines Absinken der Sexuallust.Ich habe diese Funktion auch einige Jahre ausgeübt und aus den vielen tausend Briefen dieser Jahre ziehe ich ganz andere Schlussfolgerungen .

Lebensqualität und Sexualität im Alter

Alt werden ist nicht immer angenehm,unangenehmer allerdings ist es ,nicht alt zu werden .Und dennoch: jeder will alt werden,aber keiner will alt sein.Deshalb haben wir nun die Senioren erfunden.Und für die wiederum ist es am unangenehmsten,wenn sie zwar ein längeres Leben haben,aber die späten Jahre nicht mit Leben füllen können.Und zum erfüllten Leben gehört für die meisten Menschen nun auch mal Liebe und Sexualität.Oder sollten sich die Senioren vielleicht besser auf das Spielen mit übergrossen Schachfiguren im Park beschränken und die Sexualität der Jugend überlassen ?

Impotenz - Von den Tücken des Penis

Er ist ein wunderliches Organ,ein Anhängsel des Mannes,eine Art Wurmfortsatz mit einem sehr eigenwilligen Leben.Er lässt sich weder befehlen ob er aufrechten Hauptes durchs Leben gehen will noch ob er den Kopf hängen lässt.Niemals schämt er sich,auch wenn er manchmal einen roten Kopf bekommt kurz bevor er in Tränen ausbricht.Auch der verständnisvollsten Frau ist es schwer klarzumachen,weshalb Männer gleichzeitig auf ihn heruntersehen und doch stolz auf ihn sind,ihm geheime Namen geben und mit ihm sprechen als sei er eine Art Hund,das Männchen machen kann.Noch schwerer sind die beiden wesentlichen Ängste des Mannes für Frauen verstehbar zu machen.Es beginnt in der Jugend schon mit der Angst,im falschen Moment eine Erektion zu bekommen,etwa beim Turnunterricht oder während des Abschlussballs beim Tanz mit der verehrten Religionslehrerin .

Rede zur 'Pille'

Ich spreche zu Ihnen als persönlich Betroffener und als Zeuge einer Zeit ,in der diese kleine unscheinbare grüne Pille mit der Explosivkraft einer Handgranate in den säuberlich geordneten und eingezäunten sexuellen Vorgarten deutscher Kleinbürgerlichkeit platzte.Ich spreche zu Ihnen aber auch als Autor,der in der damaligen Bundesrepublik mit einem ziemlich groben Beil die Zäune eingerissen hat.Die Pille hat mir dabei geholfen,ja ,ohne die Pille wäre meine Arbeit nicht möglich gewesen.

Oswalt Kolle

Wilkommen bei Oswalt Kolle

Mein Leben
Am 1. September ist meine Autobiografie „Ich bin so frei" (Rowohlt Verlag) erschienen und im Buchhandel erhältlich, außerdem kann sie bei Amazon bestellt werden.

Hier ein kleiner Vorgeschmack auf interessante Stationen meines Lebens: [Weiterlesen]