40 Jahre Oswalt KolleFilme


deine Frau das unbekannte wesen klein.jpgDie Uraufführung des ersten Films Das Wunder der Liebe am 1. Februar 1968 im  „Passage"-Kino in Hamburg wurde zur Sensation. Über 6 Millionen Zuschauer sahen den Film  allein in Deutschland, für den Oswalt Kolle mit der „Goldenen Leinwand" ausgezeichnet wurde.

Trotz heftigster Kritik aus den Reihen der Kirchen, der Politik, der Bürgerlichen - es hagelte viele Anzeigen wegen Verbreitung pornographischer Schriften, die Kirchen sahen die abendländischen Werte gefährdet -  ließ Kolle sich nicht beirren und kämpfte weiter für ein Lebensgefühl, das man bis dahin gefälligst zu unterdrücken hatte: die Lust an der Liebe.

Zwischen 1968 und 1972 drehte Oswalt Kolle insgesamt 8 Spielfilme, mit denen er ein Millionenpublikum erreichte und Kultstatus erlangte.


„We need a new moral code"
       das ist Oswalt Kolles Mission, damals wie heute.

Geboren am 2. Oktober 1928 in Kiel als Sohn eines Psychiaters, geprägt durch dessen Auffassung, dass die Menschheit die Reparaturstation einer sexuell verkrüppelten Gesellschaft sei, und stark beeinflusst durch Kolles Übersetzung des Kinsey-Reports aus den USA Ende der vierziger Jahre, entwickelte sich seine Faszination zum Thema Sexualität.

Oswalt Kolles Erfolgsstory begann 1962 mit der in der Zeitschrift „Quick" erschienenen Serie Dein Kind - das unbekannte Wesen, in der er u.a. die Geschlechtsorgane beim Namen nannte. Der Chefredakteur war begeistert, es wurde gedruckt. Adenauers Familienminister Franz-Josef Wuermeling (CDU) jedoch drohte, wenn solche schweinischen Ausdrücke wie Penis noch einmal in der „Quick" vorkommen, würde die Zeitschrift verboten werden.
Aus Kolles weiteren Serien in der „Neuen Revue" wurden erfolgreiche Bücher wie Das Wunder der Liebe und Deine Frau-das unbekannte Wesen, die in 17 Sprachen übersetzt wurden, darunter auch in chinesisch.

Als Oswalt Kolle das Angebot erhielt Das Wunder der Liebe zu verfilmen, entschied er sich dafür, weil er damit weitaus mehr Menschen erreichen konnte. Die Produktion bezeichnete er mit Blick auf die herrschende Zensur, der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft,  als einen „einzigen Kampf gegen Widerstände." Doch Kolle gab den Kampf gegen die Prüderie niemals auf. Der große Erfolg bestätigte ihn weiterzumachen.

Dank Oswalt Kolle ist die Gesellschaft freier geworden. Kolle hat soviel bewegt. Vieles von dem, was er in seinen Filmen zeigte, ist heute Selbstverständlichkeit. Kolle selbst freut sich über das sexuell tolerant gewordene Deutschland: „Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass es im Jahr 2008 in Deutschland zwei Chefs von Landesregierungen geben wird, die sich dazu bekennen schwul zu sein, hätte ich ihn ausgelacht."

Vierzig Jahre nach der sexuellen Revolution scheint es wieder Handlungsbedarf zu geben. In den Medien wird zwar viel Sex gezeigt, aber zu wenig Aufklärung betrieben.


Ein wahrer Lustkauf sind die nun auf DVD erscheinenen OSWALT KOLLEFilme,
der 3L Home Entertainment, im Vertrieb der e-m-s,
in Zusammenarbeit mit moviemax movies & more.


Wunder 1 klein.jpgDas Wunder der Liebe - Sexualität in der Ehe                   DVD-Veröffentlichung 12.02.2009
BRD 1968, Regie: Franz Josef Gottlieb

Darsteller: Biggi Freyer, Katarina Haertel, Ortrud Gross, Wilfried Gössler, Régis Vallée, Manfred Tümmler, Matthias Grimm

Mit Das Wunder der Liebe startete OSWALT KOLLE einen der erfolgreichsten und kontroversesten Filme Deutschlands. Der "Aufklärer der Nation" brachte damit nicht nur die sexuelle Freiheit, sondern bescherte uns auch die Sexwelle.

In einer Gesprächsrunde diskutiert OSWALT KOLLE mit zwei Wissenschaftlern über die Notwendigkeit der Sexualaufklärung und stellt fest, dass „Sexualität eine besondere Quelle von Freude und Lust für den Menschen ist." Anhand zweier Beispiele verheirateter Ehepaare werden deren Probleme und dessen Ursachen kommentiert.

In der heutigen Zeit eher komisch und kultig, sorgte der Film damals für große Empörung. Die Kirchen prangerten ihn an, die Zuschauer protestierten mit „Ferkel", „Schweinerei", doch offenbar trafen KOLLES Filme den Nerv der Zeit.

Er erhielt die „Goldene Leinwand" für 3 Millionen Zuschauer, verliehen am 9. November 1968 in Berlin, deutschlandweit sahen den Film über 6 Millionen Zuschauer.



zum beispiel.jpgDas Wunder der Liebe - Sexuelle Partnerschaft (Teil 2)   DVD-Veröffentlichung 12.02.2009
BRD 1968, Regie Alexis Neve

Darsteller: Petra Perry, Michael Maien, Solvi Stübing

Soviel Sex hatte es in Deutschland in den Kinos noch nie gegeben!

„Verdirbt die Pille die Moral", „Sind Liebestechniken pervers oder normal", „Die Angst vor Impotenz",  sind nur einige der Themen aus OSWALT KOLLES  Kultfilm, in dem er kein Blatt vor den Mund nahm, wo er eigentlich doch nur eine Kultur des Verständnisses und der Zärtlichkeit zwischen Mann und Frau schaffen wollte.  

Aber KOLLE musste sich gegen heftige Widerstände wehren: die FSK wollte den Film auf den Index setzen, ein Staatsanwalt versuchte ihn mit allen Mitteln hinter Gitter zu bringen, und die studentische Linke hatte für ihn nur Spott und Verachtung übrig.

Das stachelte den „Sex-Missionar" erst richtig an und brachte ihm erneut die „Goldene Leinwand"  für 3 Millionen Zuschauer, verliehen am 3. März 1970 in Berlin, deutschlandweit sahen den Film  3,5 Millionen Zuschauer.




Deine Frau - das unbekannte Wesen                                   DVD-Veröffentlichung 26.02.2009
BRD 1968, Regie: Alexis Neve

Darsteller: Heidrun Kussin, Sonja Lindorf, Itta Schmah, Kathrin Kretschmer, Dieter Kaiser,
Bert Hochschwarzer

Endlich leben Frauen ihre Sexualität!

Die 68er: Kurt Georg Kiesinger regiert Deutschland, die Zeit der Studentenunruhen, des Minirocks und der Frauenbewegung. Bob Dylan singt, The Rolling Stones rocken, der Weltraum wird erforscht, und OSWALT KOLLE, der "Erforscher des deutschen Beischlafs", erkundet Deine Frau - das unbekannte Wesen.

Angefangen von der Darstellung romantischer Schwärmereien und Träume zweier siebzehnjähriger Mädchen, der Geschichte einer jungen Ehefrau, die beginnt, sich sexuell zu befreien, bis hin zu den psychischen und körperlichen Veränderungen einer Frau, die ihr erstes Kind erwartet: Die Frauen wollten endlich über Sex, Verhütung, Geburt sprechen. KOLLE wies den Weg zur sexuellen Freiheit der Frau.

3,5 Millionen Besucher schauten sich den Film in Deutschland im Kino an und waren sehr dankbar für KOLLES Lebens- und Liebesberatung, wofür er 1969 die „Goldene Leinwand" erhielt. Mit seinen Aufklärungsfilmen gilt OSWALT KOLLE als Symbolfigur der sexuellen Revolution.



Zum Beispiel: Ehebruch                            DVD-Veröffentlichung 26.02.2009
BRD 1969, Regie: Alexis Neve

Darsteller: Heidrun Kussin, Bert Hochschwarzer, Marianne Lebeau, Kathrin Kretschmer,
Dieter Kaiser, Gerd Danzmayr
 
OSWALT KOLLE brachte Bewegung in deutsche Betten.

Ehebruch, Seitensprung, Fremdgehen ....
Hat sich wirklich so viel seit den 60er Jahren geändert?

Nach der Befreiung der Sexualität aus den Fesseln einer bedrückenden Sexualmoral packte der „Liebeslehrer der Nation" mit seinem Film Zum Beispiel: Ehebruch das nächste heiße Thema an. Innerhalb einer Partnerschaft gibt es kaum eine größere Zerreißprobe als den Ehebruch und das Fremdgehen. OSWALT KOLLE zeigte schon seinerzeit, dass Ehebruch oder Untreue nicht das Ende einer Beziehung sein muss und stellte die These auf, dass ein Seitensprung die Ehe sogar bereichern kann.

Das rief Ende der 60er Jahre einen wahren Sturm der Entrüstung hervor. Konservative Kreise witterten einen Angriff auf Sitte und Moral. KOLLE aber ließ sich nicht beirren und machte weiter. Wieder lockte er 3,5 Millionen Besucher in die deutschen Kinos und nahm für diesen großen Filmerfolg abermals die „Goldene Leinwand" im Jahr 1969 entgegen.




Dein Mann - das unbekannte Wesen                              DVD-Veröffentlichung 12.03.2009
BRD 1969, Regie: Werner M. Lenz

Darsteller: Heidi Maien, Michael Maien, Angelika Frey, Volker Frey, Barbara Lankau, Walter Herbst, Christina Weber, Peter Wallrath, Ingrid Steeger, Marie-Claude Sebudandi, Aurore Wend, Martina Grohn

1970, der Sex lag in der Luft und OSWALT KOLLE,  der "Orpheus des Unterleibs", drang weiter in die ehelichen Schlafzimmer vor.

KOLLE propagierte: "Sex ist lernbar und macht Spaß".
In seinem Film Dein Mann - das unbekannte Wesen konzentrierte KOLLE sich auf typisch männliche Verhaltensweisen, die den Frauen manchmal schwer verständlich sind. Männer lieben anders als Frauen. Wenn beide Partner besser über die sexuellen Vorgänge beim Mann Bescheid wüßten, würden viele Mißverständnisse gar nicht erst aufkommen. KOLLE hatte den Mut anhand eines nackten Mannes über seine Sexualorgane aufzuklären, denn nur das entsprach KOLLES Vorstellung einer wirklichen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau.

Während in Deutschland Kinobesitzer ein Seil durch den Saal spannten, um Frauen und Männer zu trennen, erhielten seine Filme in den Niederlanden das Prädikat  „empfehlenswert für die Volksgesundheit".

Und wieder durfte OSWALT KOLLE eine „Goldene Leinwand" für 3,5 Millionen Zuschauer entgegen nehmen.


Dein Kind - das unbekannte Wesen            DVD-Veröffentlichung 12.03.2009
BRD 1970, Regie: Werner M. Lenz

Darsteller: Oswalt Kolle, Marlies Kolle, Cornelia Kolle, Nino Kolle, Stefan Kolle, Till Kolle, Martin Jente, Erich Joey Pflüger, Renate Weprich, Wolf-Michael Hoffmann

Freie Kinder - Freie Menschen!

Gerade weil Kinder klein, schutzlos und unerfahren sind, müssen Eltern mit aller Kraft dafür sorgen, dass die Rechte der Kinder anerkannt werden. Das war eines der Hauptanliegen des OSWALT KOLLE.

Werden Kinder zu Opfern falscher Erziehung, treten Verhaltensstörungen auf, die Zeichen einer Abwehr sind und darauf hinweisen, dass das Kind mit seiner Umwelt im Konflikt lebt.
Eltern müssen Kindern Zeit und Liebe schenken und versuchen, sie ohne sexuelle Schuldgefühle aufwachsen zu lassen.

In Dein Kind - das unbekannte Wesen führt OSWALT KOLLE  Aufklärungsgespräche mit seinen beiden Söhnen, mit seiner Tochter spricht er über Verhütungsmethoden und redet ebenso mit seinen Kindern ganz offen über Selbstbefriedigung und Homosexualität.

Die sexuelle Aufklärung war in den 60er Jahren ein großes Tabuthema, auch nahm man allgemein immer noch an, dass Kinder a-sexuelle Wesen seien. Der „Chefaufklärer in Deutschland", OSWALT KOLLE, räumte mit diesen alten Vorstellungen gründlich auf: es gibt schon beim Kleinkind Sexualität, sie muss bejaht, nicht bekämpft oder unterdrückt werden.


Was ist eigentlich Pornographie?                   DVD-Veröffentlichung 26.03.2009
BRD 1971, Regie: Oswalt Kolle

„An Pornographie ist die Menschheit noch nicht gestorben, aber an ihren Aggressionen könnte sie vielleicht morgen sterben."  Professor Alexander Mitscherlich, Psychoanalytiker

Im Dezember 1970 hatte Bundeskanzler Willy Brandt seinen fortschrittlichen Regierungsentwurf zur Reform des Sexualstrafrechts vorgelegt, nach dem u.a. die Herstellung und Verbreitung der sogenannten durchschnittlichen Pornographie nicht mehr strafbar sein sollte. Wohl hervorgerufen durch reaktionäre Kräfte, die den Untergang des Abendlandes befürchteten, wenn Pornographie nicht mehr verboten ist, widerrief Brandt sein eigenes Gesetz drei Monate später.

Im Land der Dichter und Denker führte das zu erhitzten Gemütern und erregten Diskussionen. Ein zorniger OSWALT KOLLE empörte sich gegen die aufgezwungene, staatlich verordnete Moral und ging der Frage auf den Grund: Was ist eigentlich Pornographie? In allen Epochen gab es Pornographie, heute ist es Kunst. Ein Buch, ein Bild oder ein Film musste nur von vielen Sachverständigen als Kunst bezeichnet werden, dann wird es nicht verboten, besonders nicht, wenn es obendrein noch teuer ist.

OSWALT KOLLE, der „Che Guevara der sexuellen Freiheit", setzte sich auch hier vehement für die menschliche Sexualität ein, die nach seiner Auffassung zwei Gesichter hat: Liebe und Treue und Lust und Spiel.


Liebe als Gesellschaftsspiel                    DVD-Veröffentlichung 26.03.2009
BRD 1972, Regie: Werner M.Lenz

Darsteller:  Solvi Stubing, Zenta Bayer-Ozols, Gerd Behrendt, Karin Böttcher, Michael Büttner, Dagmar Conrad, Doris Grogorenz, Anne-Marie Lebeau, Erich Joey Pflüger, Angelica Wehbeck

Das war die Revolution der sexuellen Freiheit!
Liebe als Gesellschaftsspiel - allein schon die Idee erschreckte die Moralapostel in den 70er Jahren. Aber ihre Proteste nützten wenig. OSWALT KOLLE schockierte weiter. Die Zukunft, in der die Menschen ihre Sexualität ohne Schuldgefühle erleben konnten, hatte begonnen. Sexualität wurde zu einem abwechslungsreichen Spiel.

KOLLE filmte ein Gruppensex-Experiment. In Liebe als Gesellschaftsspiel zeigt er Ausschnitte aus diesem siebenstündigen Dokumentarfilm, den er in Holland drehen musste, weil in Deutschland ein überalterter Kuppeleiparagraph die mitwirkenden Ehemänner mit Strafe bedroht hätte.

OSWALT KOLLE prophezeite, dass sich in den nächsten Jahrzehnten neue Formen der sexuellen Betätigung und des Zusammenlebens entwickeln werden, z.B. Dreier-Beziehungen, Partnertausch und Gruppensex. Für Ehepaare, so KOLLE, ist das Hauptziel an der Beteiligung am Gruppensex die Festigung der Ehe und das Erlangen neuer Impulse, besonders in langjährigen oder langweiligen Beziehungen.
Die neue Moral lautet: Sex ist spielerisch und leicht.

Die „Zeit" attestierte OSWALT KOLLE der mutigste Kämpfer für die Entteufelung des Unterleibs gewesen zu sein.
 

Oswalt Kolle

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Mein Leben
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